Wie sich die Mobilität in der Region entwickeln wird

Über das Projekts „Dynamische und nahtlose Mobilitätsinformation“, kurz DYNAMO – Teil 1

von Achim Weidner

Mobilität und Neugierde gehören zu den Wesensmerkmalen des Menschengeschlechts seit Anbeginn. Die Kenntnisse über Reisewege und -berichte waren das  Know how der Spezialisten auf der Seidenstraße oder den Gewürzfahrer der ostindischen Kompanie, zu den Ländern wo buchstäblich der Pfeffer wächst. Seit dem hat sich viel geändert durch die Reisefreiheit und den Zugang auf Informationen für Jeden. Das Bedürfnis nach Mobilität und die Befriedigung der Neugierde, wurden in den westlichen Ländern grundlegend demokratisiert. Jedem ist es heute in Europa freigestellt ein Auto zu besitzen, hinzufahren wohin man möchte oder seine Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad, der Bahn, dem Bus oder dem Flugzeug zu kombinieren und zu nutzen.

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Zentraler Omnibus Bahnhof in Rüsselsheim| Foto: Mario Antreya

Die notwendigen Informationen über Verbindungen oder Variationen für die Bewegung von A nach B liegen heute einen Fingerbreit weit „entfernt!“, auf der Oberfläche des Smartphone. Es ist ein ganz alltägliches Bild auch an den Bus- und Bahnhaltestellen des RMV, der Blick auf das Smartphone. Es ist der persönliche Assistent und Träger der individuellen App(likationen)s, das „Schweizer Messer“ der mobilen Informationsgesellschaft.

Wischen, WLAN und Hausaufgaben des Gesetzgebers

Durch die „Wisch-Technologie“, auf berührungsempfindlichen Oberflächen, ist eine intuitive Nutzerführung durch die Kontext-Menüs der verwendeten Apps gegeben. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine flächendeckende Funknetzabdeckung oder WLAN in Bussen und  Bahnen. Ich selbst nutze bei meinen Reisen mit der Bahn den DB-Navigator, die RMV-App und Google als persönliche Reiseassistenten. Ärgerlich ist es, wenn es in den Zügen der DB oder des RMV in manchen Abschnitten kein Netz vorhanden ist.

Was das WLAN betrifft, müssen sich die Fahrgäste des RMV aber noch gedulden. „Realistisch ist, so Thomas Geyer, Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr, dass wir WLAN in circa fünf Jahren in nennenswerterem Umfang im Schienennahverkehr haben“[1].  Knackpunkt hierfür ist allerdings eine lückenlose Funkzellenabdeckung, was wiederum in den Aufgabenbereich von Telekommunikationsunternehmen fällt und von den Ländern bezahlt werden muss. Neben der Abstimmung mit den Dienstanbietern für öffentliches WLAN, stellt sich die Frage der Kosten für die Bereitstellung dieser Infrastruktur.

Auch die Bundespolitik muss ihre  Ankündigungen, wie in der „Digitalen Agenda der Bundesregierung“[2] formuliert, umsetzen. Dazu gehört die gesetzliche Regelung der „Störerhaftung“, für die Bereitstellung öffentlicher WLAN-Hotspots und -Zugänge. Hier liegt bereits ein Gesetzentwurf vor, der noch seinen Weg durch das parlamentarische Verfahren von Bundestag und Bundesrat  finden muss.

Auch müssen die rechtlichen Anforderungen an die IT-Sicherheit formulieren und definiert werden, damit keine neuen Einfallstore für anonyme Kriminalität entstehen. Denn mobile Kommunikation lebt vom Vertrauen in die Datensicherheit. Neben der Bereitstellung von Infrastruktur in Form von Netzen und Hotspots müssen die entsprechenden Apps angeboten werden. Diese ermöglichen es dem Nutzer in Echtzeit die individuellen Mobilitätswünsche zu planen und zu auch zu realisieren.

Dynamo für dynamische und nahtlose Mobilitätsinformationen

Dazu wurde im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMW) im Juni 2013 das Forschungsvorhaben DYNAMO ins Leben gerufen. Dies  ist eine App, die nicht nur den Fahrplan kennt, sondern auch den Weg durchs Stationsgebäude oder bei einer Verspätung eine Fahrtalternativ vorschlägt. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Projekt Dynamische und nahtlose Mobilitätsinformation, kurz DYNAMO, arbeitet der RMV mit acht Partnern an einer solchen App, die Indoor-Routing, Navigation, Vernetzung der Verkehrsmittel (Intermodalität) und individuelle Reisebegleitung vereint.  Mit DYNAMO wurde hier im RMV federführend das deutschlandweit größte Forschungsprojekt seiner Art vorangetrieben.

Die Ergebnisse des im März ausgelaufenen Projekts DYNAMO werden auf der Abschlussveranstaltung DYNAMO am 24.06.2016 in Frankfurt am Main vorgestellt. Darüber werde ich berichten.

Die Stadtwerke  Rüsselsheim und ihre Stellung im RMV

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ist ein Verkehrsverbund des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) im Rhein-Main-Gebiet. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund ist ein Zusammenschluss von 15 Landkreisen und 11 Städten, darunter die Stadt Rüsselsheim am Main. Die Stadt hat für ihre Beteiligung am RMV eine lokale Nahverkehrsorganisation gegründet. Mit der Umsetzung und dem Betrieb von Buslinien sind die Stadtwerke Rüsselsheim beauftragt worden, die dies im Stadtgebiet und mit Verbindungen nach Flörsheim umsetzen.

Alle Informationen zum aktuellen Angebot finden Sie im Internet unter „RMV-App & RMV-HandyTicket // Die perfekte Reisebegleitung – Fahrpläne, Tickets und aktuelle Infos“

[1] RMV rechnet mit WLAN in fünf Jahren

[2] Fortschritte der Umsetzung der Digitalen Agenda


Teile 2: Wie DYNAMO in den Livebetrieb geht / 19. Juli 2016
Teil 1 Wie sich die Mobilität in der Region entwickeln wird / 03.05.2016


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Ein Gedanke zu „Wie sich die Mobilität in der Region entwickeln wird

  1. Sehr interessant, etwas erweitern und geschichtliche Details und Demonstrationen wie der Film und dann kann man das schulen anbieten, als Gastvortrag im Unterricht in einer Doppelstunde mit Diskussion.

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