Energieaudits: Wie wir unter Zeitdruck die Herausforderung meistern

Daniel_Cannas_100Praxisbeispiel der Durchführung
eines Energieaudits nach DIN 16247-1

Von Daniel Cannas

Kontext des Energieaudits

Deutschland und die Europäische Union haben sich ehrgeizige Ziele zur Steigerung der Energieeffizienz gesetzt. Seit dem 22. April 2015 sind gesetzliche Änderungen in Kraft getreten, die alle Unternehmen, welche keine kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), oder Unternehmen in öffentlicher Hand sind, verpflichtet, erstmals bis zum 5. Dezember 2015 ein Energieaudit durchzuführen. Wir von den Stadtwerken nehmen diese Herausforderung an und helfen den Gewerbetreibenden oder Niederlassungen internationaler Unternehmen dabei, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Gerechnet vom Zeitpunkt des ersten Audits soll mindestens alle vier Jahre ein weiteres Energieaudit durchgeführt werden.

Was ist ein Energieaudit?

Bezugnehmend auf die DIN EN 16247-1 ist ein Energieaudit eine technische Analyse. Sowohl der Energieaufwand als auch der Energieverbrauch werden systematisch durchleuchtet und daraus mögliche Maßnahmen abgeleitet, die den Energieverbrauch senken und die Energieeffizienz – unter Berücksichtigung der Kosten – steigern. Ziel ist es die Unternehmensleitung in die Lage zu versetzen, fundierte Entscheidungen zu treffen, mit denen sie die Energiekosten senken kann und somit die Energieeffizienz Ihrer Organisation verbessern können.

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Wer muss einen Energieaudit durchführen?

  • Unternehmen mit ≥ 250 Mitarbeitern oder
  • Unternehmen mit > 50 Mio. EUR Jahresumsatz und > 43 Mio. EUR Jahresbilanzsumme
  • Unternehmen ≥ 25% kommunaler Beteiligung

Wie ist man das Thema angegangen?

Als die Stadtwerke Rüsselsheim von dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Information über die gesetzliche Änderung des EDL-G erhielt, arbeiteten wir mit Hochdruck an einem Produkt für unsere Kunden, damit diese gesetzlichen Regelungen eingehalten werden konnten.

Glücklicherweise verfügen die Stadtwerke Rüsselsheim (SWR) über die notwendige Expertise, um die Voraussetzungen der BAFA für die Eintragung als „Energieauditor“ zu erfüllen. Bisher arbeitet ein eingetragener Energieauditor im Hause und ein zweiter befindet sich in der Anmeldephase. Insgesamt haben sechs Mitarbeiter der SWR das Potenzial, sich als Energieauditor eintragen zu lassen. Somit war der Grundstein für das Produkt „Energieaudit der Stadtwerke Rüsselsheim“ gelegt.

Fortan stiegen wir in den Energieaudit-Prozess ein und berieten Firmen und Partner in jeglichen energetischen Belangen und gaben Verbesserungsvorschläge. Wie sich herausstellte war hierbei der vorgegebene Umsetzungszeitraum bis zum 5. Dezember 2015 das größte Problem. Doch mit Hilfe von Erfahrungswerten und der Arbeit in produktiven Arbeitskreisen stellte sich ein Automatismus ein, der uns schneller werden lies. Dieser Punkt und die Billigung eines Bemühens zum Start eines Auditprozesses bis April 2016 seitens der BAFA helfen uns und unseren Kunden ungemein, dem Zeitdruck doch noch gerecht zu werden.

Der Ablauf eines Energieaudits aus der Praxis

Nach einem einleitenden Workshop, in dem dem Kunden präsentiert wird, wie ein Energieaudit durchzuführen ist und in dem die weiteren Vorgehensweisen gemeinsam abgestimmt werden, wird der Außeneinsatz terminiert. Hierbei kommt der Energieauditor in das Unternehmen und inspiziert die energieintensivsten Verbraucher. Dabei werden die ersten Verbesserungspotentiale erkannt.

Im Anschluss an den Außentermin beginnt die Energieanalyse. In diesem Schritt geht es ans Eingemachte. Es werden alle Energieströme, Erzeuger und Verbraucher bewertet und mit den Stromgestehungskosten verglichen.

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Darstellung eingesetzter Energieströme US

Die Stadtwerke Rüsselsheim analysieren auf der Grundlage der erhobenen Daten die Energieströme und schlagen dann Verbesserungen vor, mit denen unsere Kunden ihre Liegenschaft energetisch modernisieren können.

Als abschließendes Ergebnis erhält der Kunde einen Energieaudit-Bericht, in dem sein Energieverbrauch und Energieflüsse technisch und wirtschaftlich analysiert wurden und die Modernisierungsempfehlungen nach Amortisationszeiten und ökonomischen Gesichtspunkten kategorisiert sind. Der Abschluss bildet eine Präsentation der Ergebnisse.

Fazit der gewonnenen Erkenntnisse

Als angenehmen Nebeneffekt gewinnt man zusätzlich zum Energieaudit auch freundliche Geschäftskontakte bis hin zu Kooperationen, die aus der Zusammenarbeit resultieren. So wird die hiesige und umliegende Wirtschaft gestärkt und zu einem energiebewussteren Arbeitsstil beigetragen. Wenn durch die Erfüllung gesetzlicher Vorschriften gute Geschäftsbeziehungen entstehen, bei welchen beide Seiten profitieren, ist jedem geholfen.

Von daher sehen wir von den Stadtwerken das Produkt „Energieaudit“ als ein gesetzliches Muss, das viele Chancen bietet.


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